Warum eine allgemeine Deutung persönlich wirkt
Es gibt einen belegten Grund, warum eine für alle geschriebene Beschreibung sich liest, als wäre sie für Sie geschrieben. Ihn zu kennen ist der nützlichste Schutz, den Lesende einer Astrologie-Website haben können.
Modern westlichTraditionsübergreifendWissenschaftliche StudieRedaktionelle Zusammenschau
In dieser Lektion
- Die Demonstration von 1949 und ihr Ergebnis beschreiben
- Benennen, für wen der Effekt gilt
- Die Textmerkmale erkennen, die eine Beschreibung maßgeschneidert wirken lassen
- Den Effekt auf das Material dieser Plattform anwenden, ihr eigenes eingeschlossen
1949 gab Bertram Forer einer Klasse, was ihr als individuelle Persönlichkeitsbeurteilungen angekündigt wurde. Alle Studierenden erhielten denselben allgemein gehaltenen Text. Sie bewerteten ihn als sehr treffend.[1]
Der Effekt ist seither ausführlich untersucht worden, und er gehört nicht den Leichtgläubigen: Er zeigt sich bei Skeptikern und Gläubigen gleichermaßen, wenn sie allgemein gehaltene astrologische Rückmeldungen erhalten.[2][3]
Was einen Text maßgeschneidert wirken lässt
Die Merkmale sind benennbar, man kann also auf sie achten:
- Zweiseitige Aussagen (kontaktfreudig, aber manchmal zurückhaltend), die auf fast alle zutreffen und schon der Anlage nach nicht widerlegbar sind.
- Schmeichelnde Rahmung, die bereitwilliger angenommen wird als eine ebenso genaue unschmeichelhafte.[2]
- Eine scheinbar persönlich zugeschnittene Darbietung: ein Horoskop, eine Berechnung, ein Name. Schon der wahrgenommene Aufwand überzeugt.
- Eine Vagheit, die die lesende Person aus dem eigenen Leben ergänzt und dann so erlebt, als habe der Text sie geliefert.
Die Gattung, für die das am meisten gilt
Die Sonnenzeichen-Spalte in Zeitungen ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und ist als Mediengattung eigenen Rechts untersucht worden, auch als Träger genau dieser Art verallgemeinerter Ansprache.[4]
Richten Sie es auf diese Plattform
Deshalb sagen die Tages-, Wochen- und Monatsausgaben auch klar, dass alle, die dieselbe Ausgabe lesen, denselben Text erhalten. Der Schutz vor dem Effekt ist nicht Skepsis, sondern zu wissen, wie die Wurst gemacht wurde.
Kurz gefasst
Forers Demonstration von 1949 zeigte, dass eine einzige allgemein gehaltene Persönlichkeitsskizze von allen, die sie erhielten, als sehr treffend bewertet wurde, und spätere Arbeiten fanden den Effekt bei astrologischen Rückmeldungen gleichermaßen bei Skeptikern und Gläubigen. Erzeugt wird er durch zweiseitige Aussagen, schmeichelnde Rahmung, scheinbare Personalisierung und eine Vagheit, die sich ergänzen lässt, und er gilt für die vorab geschriebene Deutung dieser Plattform ebenso wie für jede andere.
Prüfen Sie Ihr Verständnis
Prüfen Sie Ihr Verständnis:
- Was erhielten alle Studierenden in Forers Klasse tatsächlich?
- Nennen Sie zwei Textmerkmale, die eine allgemeine Beschreibung maßgeschneidert wirken lassen.
- Warum gilt diese Lektion auch für die eigenen Deutungsbausteine dieser Plattform?
Quellenangaben
Die nummerierten Belege im Text führen zu den Einträgen unten; jeder Eintrag führt weiter ins vollständige Quellenverzeichnis.
- Bertram R. Forer. The fallacy of personal validation: a classroom demonstration of gullibility. The Journal of Abnormal and Social Psychology 44 (1), pp. 118-123. 1949. Wissenschaftliche Studie Quelleneintrag ansehen
- D. H. Dickson; I. W. Kelly. The 'Barnum Effect' in Personality Assessment: A Review of the Literature. Psychological Reports 57 (2), pp. 367-382. 1985. Wissenschaftliche Studie Quelleneintrag ansehen
- Peter Glick; Deborah Gottesman; Jeffrey Jolton. The Fault is not in the Stars: Susceptibility of Skeptics and Believers in Astrology to the Barnum Effect. Personality and Social Psychology Bulletin 15 (4), pp. 572-583. 1989. Wissenschaftliche Studie Quelleneintrag ansehen
- Theodor W. Adorno. The Stars Down to Earth: And Other Essays on the Irrational Culture. Routledge. 2001. Historische ForschungsliteraturWissenschaftliche Kritik Quelleneintrag ansehen